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| Die Rolle der Geliebten in der Dreiecksbeziehung von
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teilweise sehr interessant, teilweise ätzend
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Es beginnt mit ein paar fiktiven Gesprächen des Autors mit den Betroffenen. Sehr, sehr gut, wie ich finde. Er zeigt im Gesprächsverlauf, wie jeder sich mit guten Vorwänden, Einwänden und Gegenargumenten windet, um nicht an den Kern/ans Zentrum des Problems zu gehen und wie der Autor nicht locker lässt, alle Schichten durchdringt und zum Ziel strebt. Und man merkt, wie produktiv es ist, auch wie schmerzhaft. So hätte das Buch weitergehen dürfen/sollen.
Anschließend ergeht sich fast der gesamte Rest des Buchs ab Seite 40 in einer Analyse/Interpretation einer historischen Hera/Zeus-Göttergeschichte und Theateraufführung, die der Autor besucht hatte, die sich in meinen Augen völlig von meiner Realität entfernt. Es geht ausschließlich um Vater-Sohn, Vater-Tochter, Mutter-Sohn, Mutter-Tochter-Beziehungen. Diese in jeweils unterschiedlichen Problemstellungen der jeweils Beteiligten (Betrüger, Betrogener, Geliebte, Vater des Betrogenen, Mutter des Betrogenen, also jeweils mit Mutter und Vater etc.). Die niemals alle Leser genauso betreffen und damit auch einfach nicht abholen. Der Autor setzt sich meiner Meinung nach damit gewaltig in die Nesseln, wie er selbst befürchtet. Eingestreut immer wieder irgendwelche Behauptungen von kontrollierenden Ehefraufurien und dominanten Herrschermännern etc., die hier und da auch passen, aber überhaupt nicht hergeleitet, besprochen, analysiert und gelöst werden. Meiner Meinung nach völlig nutzlos. (Zeigt sich interessanterweise an einer weiteren Rezension hier, wo die Betroffene, die Interpretation des Autors weiterführt, anfängt auf ihre Verhältnisse zuzuschneiden und in Widersprüche führen will.)
Schließlich noch ein persönlicher Brief einer ehemaligen Klientin des Autors mit ihrer persönlichen Geschichte als Geliebte. Interessant, aber keine Parallelen zu mir bekannten Personen erkennbar.
Für mich war das Buch mehrfach schwierig, weil ich mich nicht nur in der Rolle des Betrogenen finden müsste, sondern auch in der Rolle des Betrügenden (ohne Betrug). Damit war die Rolle der Geliebten nicht nur mit einer Frau, sondern auch mit einem Mann besetzt.
Zudem zeigt das Buch auf, was die typischen Probleme der Geschlechter in diesem "Spiel" sind. Demnach ist die Rolle einer weiblichen Geliebten nicht symmetrisch zur Rolle des männlichen Geliebten, aber es wird nur die Rolle der weiblichen Geliebten durchgespielt. Hier und an vielen, weiteren Stellen ist das Buch gewaltig unvollständig bzgl. der modernen Verhältnisse der Geschlechter, der Ursachen der jeweiligen Rollenprobleme, der Symptome und insbesondere der Lösungen.
Theoretisch müsste ich es für jede Rolle jeweils einmal explizit aus einer einzigen Perspektive lesen, aber das war es mir dann doch nicht wert, ich habe schließlich die Interpretationen auch nur noch überflogen. (Ein anderer Rezensent hat es offenbar sogar nur bis zur Seite 50 geschafft und dann gänzlich aufgegeben.)
Eine Rezension von Ein anderer Kunde >
vom 23. August 2009 | | |
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