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Ich jedenfalls habe viel gelernt...
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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Stell Dir vor, ich bin Deine heimliche Geliebte: Der Reiz des Escort-Service (Taschenbuch) Wenn wir mal ehrlich sind: So eine gewisse Faszination geht schon aus vom Thema Prostitution, stimmt's? Jedenfalls für die meisten von uns. Und zwar unabhängig vom moralischen Standpunkt. Für Frauen vielleicht sogar noch mehr als für Männer. Klar, es gibt Seiten, die sind alles andere als faszinierend. Frauen, die unter Drohungen, Zwang und Gewalt gezwungen werden, sich für ein paar Euro von schmierigen Typen benutzen zu lassen. Oder gar Männer, die in grenzenlosem Egoismus die Armut in manchen Ländern ausnutzen, um sich an Kindern oder Jugendlichen zu vergehen, ohne Rücksicht auf die zerstörten Seelen, die zurück bleiben. Diese Seiten verdienen einfach nur Abscheu und Empörung. Aber es gibt ja auch ganz andere Seiten. Eine davon, die mir persönlich bisher noch gar nicht so richtig bewusst war, hat Ines Witka in diesem Buch auf sehr interessante, anschauliche und aufschlussreiche Art beleuchtet, nämlich den so genannten "Escort"-Bereich. Da gibt es Frauen mit Stil, Klasse, Witz, überdurchschnittlichem IQ und Niveau, die selbstbewusst genug sind, ihren Spaß an Lust und Erotik offensiv auszuleben und bewusst zu genießen (und die dabei ruhig auch das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden wollen...). Und es gibt solvente Männer, ebenfalls mit Niveau und mit einem zivilisierten und respektvollen Menschenbild, die sich mit diesen Frauen treffen. Man unterhält sich gepflegt, angenehm und kurzweilig, man lässt sich auf Basis von Respekt und gegenseitiger Sympathie aufeinander ein, man spürt durchaus eine gewisse gemeinsame Wellenlänge. Oft lässt der Mann sich von der Frau auch zu gesellschaftlichen Anlässen begleiten oder zu einem Wochenende in einer schönen Stadt. Man kommt sich näher und genießt schließlich auch schönen Sex. Nicht zu vergessen: Ganz diskret wechselt ein üppiges Geldkuvert den Besitzer. Eine Win-Win-Situation. Zwei Menschen, die sich auf gleicher Augenhöhe begegnen. Natürlich ist mir klar, dass das ein Idealbild ist, das in der Realität sicher längst nicht immer erreicht wird. Aber immerhin: Aus diesem Buch wird deutlich, dass es diese Variante von Prostitution sehr wohl gibt. Die Autorin lässt beide Seiten ausführlich zu Wort kommen. Sie hat mit Frauen (und sogar Männern) gesprochen, die sich für solche diskreten Treffen buchen lassen. Und auch mit Männern, die diesen Service in Anspruch nehmen. Die Wiedergabe dieser Gespräche, die Berichterstattung über Motivationen, Erlebnisse und Erfahrungen dieser Gesprächspartner, wirkt auf mich sehr authentisch und sehr plausibel. Lobenswert ist, dass dabei die negativen Erlebnisse der einzelnen Protagonisten und die verschiedenen Gefahren keineswegs unter den Teppich gekehrt werden, was dem Buch eine gewisse distanzierte Ausgewogenheit verleiht und dem Leser die Möglichkeit gibt, die vielen subjektiven Einzelberichte zu einem einigermaßen objektiven Gesamtbild zusammen zu fügen. Vielleicht liegt es ja einfach daran, dass ich vorher über diesen Bereich wenig wusste, aber ich jedenfalls fand das Buch äußerst interessant und habe es mit großem Gewinn gelesen.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 26. Juni 2009 |